Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

 

 

Wetschwudplattä u Hacktätschli

 

 

Warum wetschwud und nicht wetschno – das war mir lange ein Rätsel.
Noch heute sehe ich diese grosse Platte vor mir. Die Wedgwood Platte vom Wärchtiggeschirr mit dem mir so grob anmutenden Muster. Ein Korb in der Mitte und Blumen. Dieses Wärchtiggeschirr - eine Tante schenkte es Mutter zur Hochzeit - fand ich nie schön - heute ist es eine Rarität. Ich habe noch einen Teller und zwei Plättli als Andenken. Im Internet habe ich nachgesehen, im Wedgwoodmuseum steht es. Bei uns hat auch schon die Katze daraus gegessen, so gewöhnlich fand ich das seinerzeit. Seit einigen Jahren kommt es bei speziellen Gelegenheiten zum Einsatz und hat einen Ehrenplatz im Schrank. Heute finde ich es doch immerhin wertvoll!
Dagegen bleiben die Hacktätschli ein Mysterium. Mutter türmte sie auf die grösste Wedgwoodplatte. Hacktätschlitag war Glückstag! Rezepte habe ich gefunden, jedoch niemals haben sie so geschmeckt wie in der Kindheit. Waren da noch Haferflocken drin, die dem ganzen diese einmalige Knusprigkeit gaben? Haferflocken, Mehl, Kartoffeln und Gemüse wurden dem Fleisch beigegeben und es zu strecken; bei uns eher nicht mit Gemüse, wohl wegen Vater. Die Hacktätschli waren aussen knusprig und kross, innen so herrlich weich und würzig.
Wie waren sie gewürzt? Ein Geschmack, den es nur noch in der Erinnerung gibt und der Innbegriff von gut bleibt. Nicht zu kopieren. Vielleicht muss es so sein.

 

 

 

 


 

marianne hilfiker